12.11. - 23.12.2021 | Am Hof | Wien

Geschichte des Marktes

Der Platz „Am Hof“ war zunächst Teil des römischen Heerlagers “Vindobona” und ab 1165 n.Chr. unter den Babenbergern ein traditioneller Ort für Turniere und Veranstaltungen. Um etwa 1280 entwickelte er sich zum Marktplatz, nachdem die Habsburger die hier entstandene Babenberger Residenz gegen den neu errichteten Sitz, der heutigen Hofburg, getauscht hatten.

War der Hof im 14. Jahrhundert noch ein Fisch- und Krebse-Markt, wurden hier ab 1418 auch andere Waren gehandelt. Obst, Gemüse und Backwaren fanden hier den Weg vom Bauern oder Händler zum Bürger. 1768 wurde der Fischmarkt an den Donaukanal verlegt. "Am Hof" verblieb der Verkauf von Backwaren sowie bis in die Zwischenkriegszeit ein Obstmarkt.

Von 1842-1922 und 1938-1942 erfreute sich ein Christkindlmarkt “Am Hof” großer Beliebtheit und diese Tradition wird bis heute mit dem traditionellem „Weihnachtsmarkt am Hof“ und „Ostermarkt am Hof“ fortgesetzt.

Quelle: Wikipedia, MA 59, Marktamtsmuseum

Georg Lehner, der Veranstalter des Weihnachts- und Ostermarkts am Hof, über die jüngere Geschichte des Platzes

Der Kunst- & Antikmarkt wurde und wird noch immer jeden Freitag und Samstag von März bis November abgehalten. In den 90er Jahren wurde der Markt aufgrund von Kundenwünschen temporär auf die Adventwochenenden im Dezember ausgeweitet. Der „Weihnachtliche Kunst- & Antikmarkt“ war geboren.

Erste Versuche, die Marktgemeinschaft von den Vorteilen einer Bewirtschaftung mit Holzhütten zu überzeugen, scheiterten an den damaligen Kosten von 300 Schillingen pro Hütte für den ganzen Dezember (!). Im Jahr 1998 gelang es erstmals, einigen Händlern eine Hütte aus Holz zu vermieten. Die Vorteile wie warme Füße, keine Zugluft, leichtes Zusperren am Abend lagen auf der Hand und so kamen immer mehr MarktteilnehmerInnen auf den Geschmack. Schritt für Schritt entwickelte sich ein richtiger Weihnachtsmarkt. Den Schwerpunkt und die Basis bildeten jedoch immer die Kunst- und Antiquitätenhändler, die auch heute noch ins Marktgeschehen eingebunden sind.

Der Umweltgedanke stand bei uns schon immer im Vordergrund. Wir waren einer der ersten Märkte in Europa, der auf die Verwendung von Einwegbechern verzichtet hat und sich in mühsamen Versuchen und Tests ein mobiles Waschsystem für Keramik-Pfandhäferl erarbeitet bzw. erfunden hat.

In den letzten Jahren wurde immer mehr Wert auf hochwertige und qualitativ anspruchsvolle Waren gelegt und Handelswaren vor allem aus Fernost und herkömmliche Konsumgüter aus dem Angebot entfernt. Handwerkskunst und gewerbliche Güter haben am Markt Vorrang!

Eine ganz wichtige Rolle übernahm von Anfang an der regionale Radiosender „Radio Wien“, der immer wieder über den Markt und seine Gäste berichtet hat. Direkt unter der alles überstrahlenden Mariensäule schenken ModeratorInnen beim „Radio Wien Stand“ Punsch für „Licht ins Dunkel“ aus. Dabei wird nicht nur der Reinerlös, sondern der dabei gesammelte „Gesamtbetrag“ von der Marktgemeinschaft gespendet. Das bedeutet, dass keinerlei Mieten, Personalkosten und Wareneinsätze vom Spendenergebnis abgezogen werden. Die Scheckübergabe erfolgt immer kurz vor Weihnachten in der TV-Sendung „Wien Heute“.

Berühmt ist der „Weihnachtsmarkt am Hof“ auch für seinen „Zirbenpunsch“, der 1999 kreiert wurde. Anfangs belächelt, ist er heute besonders beliebt bei jenen BesucherInnen, die es nicht zu süß mögen.

Seit 2014 gibt es übrigens auch das eigens gebraute „Bock Bier – Am Hof“.